PIDES
Senioren Mentoring für den Berufseinstieg

Das Projekt PIDES* „Senioren-Mentoring für den Berufseinstieg“ der Arbeiterwohlfahrt Regionalverband Rhein-Erft & Euskirchen e.V. ist ein Generationenprojekt zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher.

Aktive Menschen der Generation 50 plus begleiten ehrenamtlich in einer Art Patenschaft junge Menschen  am schwierigen Übergang Schule/Beruf.

Als Mentor und Mentorin können Sie Jugendliche, die schulische Probleme haben, denen die familiäre Unterstützung fehlt und die den gesellschaftlichen Anforderungen nicht gewachsen sind, unterstützen und mit ihnen gemeinsame Schritte gehen, um eine Berufs- und Lebensperspektive zu entwickeln.

Auf dieser Seite finden Menschen, die an dieser ehrenamtlichen Arbeit interessiert sind, weitere Informationen, aber auch Jugendliche und Förderer können hier einen Überblick über unsere Arbeit erhalten.

Das Generationenprojekt PIDES wird gefördert vom Kreis Euskirchen und der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen.

                                   

Aktuelles im Projekt Pides

Zwei Mentorinnen und ein Mentor des Projektes unterstützen die Schulsozialarbeit der AWO am Thomas-Eßer-Berufskolleg in Euskirchen. Mit Schülerinnen und Schülern der Ausbildungsvorbereitung wurden in den letzten Wochen Bewerbungsunterlagen erstellt, anschließend wurden Bewerbungsgespräche durchgeführt. Interesse an der individuellen Lebenssituation, konstruktives Feedback und ganz viel Ermutigung als Gewinn auf der einen Seite, Kontakt mit jungen Menschen und eine hohe Wertschätzung für die Kompetenz und Lebenserfahrung als Gewinn auf der anderen Seite.


 

 

Ein Presseartikel von Herrn Thomas Schmitz pp/Agentur ProfiPress

Ehrenamtler als Eltern-Ersatz   -   Am Berufskolleg Eifel in Kall will die Awo das Projekt Pides ausweiten – Menschen der Generation 50+, die benachteiligte Jugendliche unterstützen wollen, werden gesucht.

Kall – Im Bild, das man von einer perfekten Familie hat, kümmern sich die Eltern in allen Belangen um ihre Kinder. Sie pauken mit ihnen Mathe, bereiten sie auf Bewerbungen vor und sind Ratgeber in allen Lebenslagen. Doch leider gibt es auch Kinder, die dieses Glück nicht haben. Aus verschiedensten Gründen sind die Eltern nicht in der Lage, sich so um ihre Kinder zu kümmern, wie sie es benötigen.

Seit 15 Jahren verfolgt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das mehrfach ausgezeichnete Projekt Pides, ein Generationenprojekt für benachteiligte Jugendliche, die am Übergang von Schule zum Beruf stehen und nicht von ihren Eltern gefördert oder unterstützt werden können. Stattdessen helfen Ehrenamtler, die sich vorzugsweise im Ruhestand befinden. „Wir wollen die Fähigkeiten der Älteren nutzen, die sich für Menschen einbringen, die es nicht ganz so gut haben“, erklärte Helga Kühn-Mengel, Vorsitzende des Awo-Regionalverbandes bei einem Pressetermin im Berufskolleg Eifel in Kall.

Ehrenamtler und Schüler bilden ein Tandem. Pides-Projektleiterin Ute Bauer-Peil und Evelyn Drach, Schulsozialarbeiterin am Berufskolleg, versuchen, das perfekte Gespann zu finden. Geduld, Zuversicht und Lebenserfahrung sind gefragt, wenn man mitmachen will bei Pides. Alle sechs Wochen findet ein Erfahrungsaustausch statt. Wichtig ist: Die Verantwortlichen und die Ehrenamtler agieren stets auf Augenhöhe. „Wir lassen die Helfer nicht alleine und schicken sie unter anderem auf Fortbildungen“, erklärte Bauer-Peil. Im gesamten Kreis Euskirchen gibt es 20 Ehrenamtler. In Kall, wo eine größere Gruppe sich im Aufbau befindet, sind momentan fünf davon im Einsatz.

„Die Ehrenamtler erleichtern unsere praktische Arbeit enorm“, sagt Evelyn Drach, die seit 2018 als Schulsozialarbeiterin am Berufskolleg Eifel tätig ist. Sie unterstützen da, wo die Kapazitäten der Schulsozialarbeit eingeschränkt sind, etwa bei Behördengängen, wenn es um Leistungen oder Bafög geht. Außerdem halten die Ehrenamtler Kontakt zu Betrieben, denn oftmals suchen die Schüler auch ein Praktikum.

„Diese Herzarbeit tut gut“   -  Wie geholfen wird, ist unterschiedlich. Angela Gasber aus Pesch ist ehemalige Pflegedienstleiterin und hilft einem jungen Mann ohne Eltern. „Er hat mich mittlerweile angenommen wie eine Mama“, erzählt sie. Der Grund, warum sie hilft, ist einfach. „Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben. Und diese Herzarbeit tut gut“, sagt die Mutter von erwachsenen Kindern. Einmal pro Woche trifft sie sich mit „ihrem“ Schüler, der derzeit ein Praktikum absolviert und einen gezielten Berufswunsch geäußert hat.

Bruno Liebaug aus Kall macht da weiter, wo er beruflich als Gymnasiallehrer aufgehört hat: Er unterrichtet Mathe und Physik in einer internationalen Förderklasse, die aus drei bis sieben Schülern besteht. Als Mitglied der Flüchtlingshilfe Kall kümmert er sich auch um Geflüchtete. „Ich bin schon von einer Tochter einer Geflüchteten liebevoll als Opa bezeichnet worden“, erzählt er lachend.

Mathematik unterrichtet auch Georg Wingartz aus Schleiden. Der frühere Bauingenieur sieht Vorteile, das als Ehrenamtler zu tun. „Es ist ungezwungener, lockerer. Ich suche den Kontakt zu den Jugendlichen und sehe mich in ihnen auch wieder“, erzählt er. Bereits während des Kosovo-Krieges hatte er sich in Krefeld um Geflüchtete gekümmert. In der Eifel betreut er auch einen jungen Afghanen, der Pflasterer werden will. „Ich helfe ihm bei der Vorbereitung zur Gesellenprüfung. Ich finde, die Mitarbeit am Projekt ist eine tolle Aufgabe“, sagt Wingartz.

Die Arbeiterwohlfahrt und das Berufskolleg Eifel suchen derzeit weitere Unterstützer aus der Generation 50+ für das Projekt Pides, die jungen Menschen helfen wollen, ihren Weg in Richtung Ausbildung und Beruf zu gehen. Erreichbar ist Projektleiterin Ute Bauer-Peil unter 02445/850530 oder per Mail u.bauer-peil@awo-bm-eu.de.

Helga Kühn-Mengel (3.v.r.), Ute Bauer-Peil (2.v.l.) und Evelyn Drach (2.v.r.) stellten das Pides-Projekt vor, das Bruno Liebaug (l.), Angela Gasber (3.v.l.) und Georg Wingartz (r.) ehrenamtlich unterstützen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

 

 

Das Projekt PIDES ist Teil des Netzwerks „AusbildungsPatenProjekte NRW“, das sich zweimal jährlich in der Staatskanzlei in Düsseldorf trifft. Die Treffen dienen dem Austausch und der Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in Patenprojekten. Themen wie: Unverbindlichkeit der Jugendlichen, Probleme in der Zusammenarbeit mit den Schulen, Akquise von Ehrenamtlichen, etc. können besprochen und Lösungsstrategien erarbeitet werden.

Projektleiterin Ute Bauer-Peil (4. von rechts) auf dem Treffen am 27. März 2019

 

Einen Pressebericht über die Arbeit von PIDES finden Sie hier

 

 

 

Projekt PIDES ist Mitglied im Netzwerk AusbildungsPatenProjekte

 

* der Name PIDES:
PIDES war ursprünglich  die Abkürzung für das Vorläufer EU Projekt mit dem Namen « Projet intergenerationel pour le developpement de l’économie sociale ». Der Name hat sich gehalten.